Endlich mal nach Stade

 

Auf nach Stade. Ihr wart noch nie in Stade? Die Schleswiger Wirtschaftsjunioren wissen jetzt, dass eine Fahrt nach Stade auf jeden Fall lohnenswert ist.


Endlich wieder Richtung Süden über die Rader Hochbrücke, magischer Meilenstein auf der Strecke nach Harsefeld bei Stade. Erster Stopp bei der Scherenmanufaktur Paul GmbH. Wir treffen Julia und Sebastian Vossmann. Sie aus Baden-Württemberg aus einer Unternehmerfamilie, er Unternehmensberater mit vielen Flugstunden haben vor 13 Jahren die über 100 Jahre alte Scherenmanufaktur übernommen. Endlich was Solides vor Ort, aber es gibt viel zu tun. Sie haben den Betrieb mit viel Energie in die Zukunft geführt. Der Scherenhersteller bietet mit seinen ca. 50 Mitarbeitern den Kunden etwas Besonderes: Scheren von bester Qualität für verschiedenste Anwendungsbereiche, aber ganz individuell. Jede Schere kann vor Ort oder im Onlineshop gekauft und mit einem Namen oder Spruch gelasert werden. Julia und Sebastian: Wir wünschen Euch zukünftig viel Erfolg - wir spüren eure Leidenschaft für das Unternehmen und das Produkt. Eine Schere ist heute für uns mehr als ein einfaches Werkzeug.


Weiter geht’s zur AOS – Aluminiumoxid Stade. Hätten wir in Chemie nur besser aufgepasst. Aber Felix Wolters, Betriebsleiter bei AOS, erklärt es uns Nicht-Ingenieuren ganz einfach. Es wird Bauxitgestein in tropischen Regionen abgebaut und per Schiff angeliefert. Anschließend wird es gemahlen und mit viel Know-How, Erfahrung und Energie zu Aluminiumhydrooxid bzw. Aluminiumoxid umgewandelt. Dieses Produkt ist Grundstoff für die Herstellung von Aluminium, Waschmittel, Kunststoffen oder Glas. Felix und seine circa 400 Kollegen sind derzeit in einer besonderen Situation. Aufgrund der explodierenden Energiepreise und des enormen Energiebedarfs ist die Produktion aktuell gedrosselt.


Am nächsten Tag Stadtrundgang in Stade: 50.000 Einwohner, nicht arm aber auch nicht reich, die Dänen, die Schweden und Napoleons Truppen waren hier, viel Fachwerk, eine lebendige Innenstadt, kaum Leerstand. Die Stadt hat sich echt schick gemacht. Die Hansestadt zeigt sich von der besten Seite. Nachmittags neue Branche. Auf zum Herzapfelhof Lührs in Jork. 500 Obstbaubetriebe prägen das Alte Land. Wirtschaftsjunior Rolf Lührs ist mit seiner Familie Bioobstbauer. Auf mehr als 50 ha baut er überwiegend Äpfel und ein paar weitere Obstsorten an. Die Ernte 2021 ist gut, die Preise daher in diesem Jahr deutlich unter dem Durchschnitt. Seine Äpfel schmecken großartig. Wir können nur erahnen, wie viele Handgriffe nötig sind, damit Tafeläpfel vom Herzapfelhof Lührs in der Frischeabteilung des Supermarktes zu sehen. Und wer etwas Besonderes will, kann sich im Onlineshop beschriftete (gelaserte) Äpfel bestellen.


Die diesjährige Jahresfahrt war wieder toll. Inga hatte ein super Programm zusammengestellt und die WJ Reisedelegation konnte neue branchenübergreifenden Themen erfassen, neue Herausforderungen der Wirtschaft verstehen, Wir haben junge Unternehmer/innen und Führungskräfte kennen gelernt, die für ihre Idee brennen.


Stefan Wesemann