Wirtschaftsjunioren treffen Deutschen Meister

 
Der Norden ist im Handballfieber. Der Deutsche Handballmeister führt die Tabelle der Bundesliga erneut und ungeschlagen an. 23 Spiele ohne Niederlage. Hinter dem erfolgreichen Verein steht ein erfolgreicher Manager. Inken Joldrichsen begrüßt Dierk Schmäschke, den Geschäftsführer der Handball Bundesliga GmbH & Co. KG, herzlich und betont in ihren einleitenden Worten nicht nur die Begeisterung für den Handballsport, sondern auch für den kaufmännischen Erfolg.

Eigentlich wollte Dierk Schmäschke Mediziner werden, aber zu seiner Zeit der Berufsorientierung waren Lehrer gefragt. So studierte er Pädagogik, nur Lehrerstellen gaben es danach nicht in Deutschland. Er wurde Lehrer in Dänemark. Handballspieler war er als gebürtiger Nordfriese schon immer. Er spielte bei Rot-Weiß Niebüll und später 13 Jahre bei der SG bzw. Weiche-Handewitt. Dierk Schmäschke war Spieler der ersten Aufstiegsmannschaft und ist heute der am längsten tätige Manager in der Handball Bundesliga. Vor vielen Jahren war er Manager beim HSV Handball. Die SG ist eine der nachweislich erfolgreichsten Handballmannschaften. Seit 23 Jahren ist sie im internationalen Handballgeschäft, entweder in der Champignons-League oder im EHF Pokal. Seit 23 Jahren ist sie auf Platz 1 bis 4 der deutschen Bundesliga. Zu diesem Erfolg gehört ein Team. 53 Mitarbeiter in Voll- oder Teilzeit beschäftigt das Unternehmen SG und besonders wichtig sind ihm dabei die Werte Wertschätzung, Vertrauen, Eigenmotivation und Loyalität. Der Erfolg, sowohl im kaufmännischen als auch im sportlichen Bereich, ist aber stets geprägt von harter Arbeit, aber auch von Spaß daran.

„Fehler passieren“ sagt er. Fehler sowohl im sportlichen als auch im unternehmerischen Bereich gilt es schnell zu analysieren, sehr schnell auszublenden und sich umgehend neuen Zielen zu zuwenden. Wer lange über einem Fehlergrübelt, dem fehlt der Mut und die Konzentration auf die nächste Aufgabe. „Wer im Angriff einen Fehler macht, muss sofort in der Abwehr wieder voll da sein.“ Wichtig ist ihm und dem gesamten Team, sich step by step kleine weitere Ziele vorzunehmen, stets für diese Tages-, Wochen- und Monatsziele zu arbeiten und kreativ bzw. innovativ neue Wege dafür zu suchen.

Ein Unternehmen wie die SG Flensburg-Handewitt stemmt jedes Jahr ein Budget von ca. 7 Mio. Euro. Die Halle ist gemietet, Personalkosten die größte Kostenposition. Ca. 142.000 Zuschauer und 625 Unternehmen tragen zur Finanzierung bei. Fernsehgelder und Merchandising-Einnahmen ergänzen das Budget. Der skandinavische Einfluss ist wichtig für den Erfolg des Vereins und Unternehmens. Spieler und Sponsoren, Zuschauer und andere Unterstützer, gerade aus Skandinavien haben in Flensburg eine besondere Rolle. An besonders interessanten Tagen hat die SG Flensburg-Handewitt eine Reichweite von 800.000 Kundenkontakten. Ein normales Bundesligaspiel der SG wird heute in 35 Ländern übertragen und trägt den Namen Flensburg mindestens in die Handballwelt hinaus. Im Gespräch mit Stefan Wesemann bestätigte Dierk Schmäschke, die SG Familie funktioniert. Spieler und Sponsoren fühlen sich bei der SG zu Hause. Auch über das rein Sportliche sorgt die SG für ihre Mitarbeiter und Spieler. Zwar kann sie im internationalen Vergleich nicht ganz mit anderen Budgets von Weltklasse Handballmannschaften mithalten, macht dies aber durch den besonderen „Familienspirit“ wett. Übrigens – ein verletzter Spieler erhält auch Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für 60 Tage.

Inken dankte dem Geschäftsführer für den Einblick in das Business einer Handballmannschaft auf Weltniveau und wünschte ihm, dem Team und der ganzen Region weiterhin viel Erfolg und den Titel Deutsche Meister in der Saison 2018/2019.

Stefan Wesemann

Weitere Informationen finden Sie unter www.wjd.de